| Kovik (Oğlakçı), ist
ein Dorf der Provinzstadt Mus, das der Kreisstadt
Varto zugeteilt ist. Es liegt ostwestlich von Varto
und ist 5 km von dort entfernt. Die Nachbardörfer: Im Westen befindet
sich das Dorf Gestemerd (Cobandagi), im Süden Zacex (Acarkent).
Eine hohe Anzahl der Bewohner Kovik sind bereits ausgewandert. Sie
leben in den Großstädten der Türkei oder in Europa. Im Moment leben
ca. 45 Familien im Dorf. Die meisten von ihnen verdienen ihren Lebensunterhalt
mit dem Bebauen ihrer Felder und dem Viehhandel.
Im Dorf wird vorwiegend kurdisch mit dem Dialekt "kurmanci"
gesprochen. Der Name "Kovik" stammt aus dem kurdischen.
Der offizielle Name des Dorfes würde auf "Oğlakçı"
(wörtlich übersetzt: Steinbockdorf) umgeändert. Der Name Kovik bedeutet
im türkischen "“huni". Beide Begriffe umschreiben den
Begriff Trichter. Darüber wie unser Dorf zu dem Namen Kovik kam,
könnten wir aus Mangel an sicheren Quellen, nicht nach eruieren.
Jedoch wird vermutet, dass das Dorf seinen Namen den links und rechts
vom Dorf verlaufenden Flüssen, die das Dorf wie ein Trichter umschließen
verdankt.
DIE GESSCHICHTE:
Zur Geschichte unseres Dorfes stehen uns leider keine schriftlichen
Quellen zur Verfügung. Die von uns aufgeführten Angaben sind eine
Zusammenfassung von mündlichen Überlieferungen. Erzählungen zu Folge
kann Kovik auf eine ca. 600 Jahre alte Geschichte zürück weisen.
In Kovik lebten seither folgende Familienstämme: Balikiyan, Abaskiyan,
Kalikiyan, Hamikiyan, Kerikiyan und Butkiyan. Die Vorfahren der
Familien entstammen ursprünglich alle gemeinsam von dem Urstamm
Kimsor. Der als Kimsor bezeichnet Urstamm war wiederum eines der
Mitglieder des Saydan Stammes.
Diese Familien lebten vor ihrer Auswanderung in das damals geografisch
Dersim zugeteilte Varto, in dem Dorf Kimsor. Kimsor war ist ein
Dorf, das damals der Kreisstadt Nazmiye zugeteilt war. Von dem Namen
des Dorfes Kimsor abgeleitet würden auch die Bewohner des Dorfes
Kimsor genannt. Die Bezeichnung Kimsor stammt aus dem kurdischen
und kann ins türkische mit dem Begriff “Kizilbas“ übersetzt werden.
Anderen Erzählungen nach waren Mitglieder der Familie Mala Feqi
(wird Feqe ausgesprochen) die ersten Bewohner des Dorfes Kovik.
Als 'Fegi' werden im kurdischen religiöse Gelehrte bezeichnet. Erzählungen
nach wäre diese Familie aus einem Dorf der Provinz Elazig ausgewandert.
Als Nachkommen der Familie Male Feqi sind uns in Kovik Sile Fegi,
Ehmed e Sile Feqi bekannt.
Kovik würde 1946 und am 19. August 1966 von zwei heftigen Erdbeben
heimgesucht. 1946 gab es keine Todesfälle. Das Erdbeben 1966 war
viel heftiger als das vergangene. Die Bewohner beklagen den Tod
von Familienmitgliedern und einen sehr hohen Sachschaden. Die Dorfgemeinschaft
trug damals 17 Menschen, darunter war ein sehr Höhe Anzahl von Kindern,
zu Grabe. Durch das Erdbeben waren viele Häuser beschädigt worden.
Ca. 30 Familien verließen damals das Dorf und machten sich auf den
Weg in die Stadt Iskenderun- Iskana. Sie verbrachten 6 Monaten dort
und kehrten anschließend wieder in ihr Dorf zurück.
Nach wie vor führen wir Nachforschungen über die Geschichte unseres
Dorfes durch. Sollten Defizite oder nicht zu treffende Angaben in
unserem Bericht enthalten sein, bitten wir dies uns mitzuteilen.
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